Archiv der Kategorie: Alternative History: Lesetipps

Lesetipp: Der etwas andere alternative-history-Roman!

Ich möchte Euch auf eine Neuerscheinung aufmerksam machen, die das Genre der „alternative history“ mal von einer etwas anderen Perspektive angeht. Die sehr talentierte und ausgezeichnete Autorin Sylke Brandt hat mit „Rogdon Blitz“ im Verlag Peter Hopf eine tolle SF-Geschichte hingelegt, die sich zu lesen lohnt:

Es ist eine glanzvolle, neue Zukunftswelt, in die der Reporter Rogdon Blitz nach einem Unfall geschleudert wird – die hoffnungsvollen 50er Jahre, jedoch so, wie Visionäre und Science-Fiction-Autoren sie sich vorgestellt haben.

Roboter und Schwebewagen gehören ebenso zum Alltag wie bigotte Moralvorstellungen und tadellose Anzüge. Zusammen mit der Krankenschwester Deliah versucht Rogdon heraus zu finden, wie er in diese parallele Welt geraten ist und, vielleicht, einen Weg zurück zu finden. Doch ist er der Jäger oder eher der Gejagte? Nach und nach findet er immer neue Fragen – und nur ein paar sehr lebensgefährliche Antworten.

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Lesetipp: „Die Fahrt des LEVIATHAN“ von Oliver Henkel

Im Atlantis-Verlag ist jüngst ein sehr interessanter alternative-history-Roman meines hochgeschätzten Kollegen Oliver Henkel erschienen, den ich den Kaiserkrieger-Lesern wärmstens ans Herz legen möchte. Worum geht es dabei?

Wilhelm Pfeyfer, Major und Kommandant des Militär-Sicherheits-Detachements in der Hauptstadt von Preußens einziger amerikanischer Provinz Karolina, dem einstigen South Carolina, wird zur Aufklärung eines Falles herangezogen, der so gar nicht seiner Stellung gerecht wird: Die Great Eastern, das bei Weitem größte Schiff seiner Zeit, streift einen Felsen und wird leckgeschlagen, und das mit dem preußischen König an Bord – ein Attentatsversuch? Pfeyfer und das Schiff geraten in die Wirrungen des Sezessionskrieges. Die Nordstaaten haben weit mehr Mühe, die Insurgenten zurück in die Union zu holen, als ihnen lieb ist. Die konföderierten Sklavenhalterstaaten hingegen leiden ohne die gewohnte Ausfuhr von Baumwolle und Tabak große Not. Da bietet ein undurchsichtiger Vertreter eines europäischen Landes gegen eine Gefälligkeit an, den Südstaaten Ausrüstung und Waffen zu liefern. Die Great Eastern kommt als Transportschiff wie gerufen. Das Schicksal scheint sich zugunsten des Südens zu neigen …

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Und während wir warten…

… dass die Druckerei „Die Ankunft“ produziert, weise ich auf die schöne Website „Uchronia“ hin. Die ist zwar auf Englisch, was den echten Freund der „alternative history“ aber nicht abschrecken darf – die wenigsten Romane dieses Subgenres liegen auch auf deutscher Sprache vor. Die Website bietet einen guten Überblick über das Genre und hat auch eine Sektion deutschsprachiger Veröffentlichungen, und naja, offenbar gibt es doch etwas mehr, als ich mir jetzt gedacht hätte 🙂

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Indirekte Nebeneffekte

Da der erste Band der „Kaiserkrieger“ noch nicht erschienen ist, sind die Zugriffe auf dieses Blog auch noch eher übersichtlich. Als aber nun kürzlich auf Spiegel online ein Artikel zur alternative-history-Serie „1632“ von Eric Flint erschien, schnellten die Besucherzahlen hoch – aber leider nicht, weil so viele Leute nach einer deutschen alternative-history-Reihe suchten, sondern, weil ich einen Blogeintrag zu „1632“ geschrieben hatte und darin bemerkte, dass es noch keine deutsche Übersetzung gäbe, worauf die Suchmaschinen sofort angesprungen sind.

Liebe prospektive „1632“-Leser: Kauft den ersten Kaiserkrieger-Band, der 2010 erscheint. Ist vielleicht nicht das Gleiche wie „1632“ (das wäre ja auch ein Plagiat), aber die Richtung stimmt schon. Geben Sie sich einen Ruck 🙂

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Einen großen Schrecken…

… bekam ich, während ich noch an dem ersten Band meiner Kaiserkrieger-Romane geschrieben habe: Las ich doch plötzlich vom „Destroyermen“-Zyklus des amerikanischen Autoren Taylor Anderson. Sein Schiff ist ein amerikanischer Zerstörer aus den Anfangsjahren des II. Weltkrieges, aber von älterer Bauweise und daher technisch gar nicht so weit von der Saarbrücken aus meinen Romanen entfernt – und auch diesem geschieht heftiges Unbill, als es durch ein rätselhaftes Phänomen verschluckt wird. Glücklicherweise kommt die USS Walker nicht im Römischen Reich der Spätantike heraus und es entwickelt sich auch kein alternative-history-Romanzyklus, das hätte mir ziemlich den Rest gegeben. Stattdessen erscheint die Walker auf einer Parallelwelt-Erde, auf der sich seltsame, extrem hartnäckige Echsenwesen mit auf gigantischen Segelschiffen lebenden Primaten heftige Kriege liefern – und die Walker mitten drin im Getümmel. Taylor Anderson erschuf hier eine spannende Geschichte, die trotz des unterschiedlichen Settings einige Parallelen zu den Herausforderungen aufweist, die ich meinen Helden aufgebürdet habe. Dennoch war ich nach der Lektüre des ersten Bandes dankbar, dass sich der große Schrecken dann doch wieder entspannt hat und ich ungestört mit meinen Romanen fortfahren konnte…

Die „Destroyermen“-Romane sind eine Trilogie (die aber dem Vernehmen nach noch mit Folgeromanen geadelt werden soll) und leider noch nicht auf Deutsch erhältlich. Wer sich aber seines Englisch sicher ist, sollte mal einen Blick wagen…

destroyermen

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1632: Amis in Deutschland, mal anders

Zu den großen alternative-history-Zyklen gehört der „1632“-Romanzyklus des amerikanischen Autoren Eric Flint – und vieler weiterer Autorinnen und Autoren, die mittlerweile daran beteiligt sind. Der stetig wachsende Zyklus geht von einer ebenso einfachen wie skurrilen Prämisse aus: Ein Phänomen sorgt dafür, dass eine amerikanische Kleinstadt inkl. aller Bewohner und Gebäude durch Raum und Zeit im Deutschland des Dreißigjährigen Krieges landet. Wie man sich vorstellen kann, führt das zu erheblichen politischen Verwicklungen, von militärischen einmal ganz zu schweigen.

1632

Nicht in allem ist der Zyklus für den deutschen Leser leicht goutierbar. Der amerikanische Patriotismus, der vor allem in den ersten Bänden manchmal etwas dick aufgetragen wird, gefällt sicher nicht jedem. Aber Flint und seine Kollegen haben sich bei der Recherche sichtlich Mühe gegeben. Es entstand ein sehr stimmiges und in sich logisches Bild dieses alternativen Geschichtsverlaufes. Die zentrale Stärke des Zyklus besteht sicher in seiner oft atemberaubend spannenden Handlung und der Vielzahl liebgewonnener Charaktere, die den Leser begleiten. Leider sind diese Romane zumindest derzeit nicht in deutscher Sprache erhältlich. Sie sind aber jedem Freund spannender und farbenfroher alternative history nur wärmstens ans Herz zu legen, der einigermaßen der englischen Sprache mächtig ist.

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Alternative History – was ist das?

Der Kaiserkrieger-Sechsteiler gehört zum Genre der „Alternative History“-Romane, einer Unterkategorie der Science Fiction. Doch so einfach es klingt, wenn man das Wort „Kategorie“ in den Mund nimmt, so schwierig ist aber manchmal die Zuordnung. „Alternative history“-Romane – manchmal auch „Parallel History“ genannt – beschreiben eine Geschichte im Rahmen eines alternativen Zeitverlaufs. Ausgelöst wird diese Alternative entweder durch eine Veränderung der Geschichte, die der Autor schlicht postuliert (wie etwa in Robert Sheckleys „The Gate of Worlds“, wo er die Pest fast ganz Europa hinwegraffen lässt, woraufhin das Osmanische Reich den gesamten Kontinent erobert, während die Spanier niemals nach Amerika gelangen und z. B. das Reich der Azteken weiter existiert) oder durch einen äußeren Eingriff wie z. B. eine Zeitreise (wie im 1632-Zyklus von Eric Flint, der damit beginnt, dass eine amerikanische Kleinstadt unserer Zeit im Deutschland des Dreißigjährigen Krieges landet). Ein extrem beliebtes Thema ist, wer könnte es verdenken, die Frage, was geschehen wäre, wenn Deutschland den Zweiten Weltkrieg nicht verloren hätte. Ein Klassiker dieses Themas ist „Vaterland“ von Robert Harris (mit Rutger Hauer in der Hauptrolle auch recht ordentlich verfilmt worden).

In Deutschland ist das Genre der „alternative history“ offenbar bisher nicht halb so beliebt wie in den USA, wo es Autoren gibt, die fast schon nichts anderes mehr schreiben (wie z. B. Harry Turtledove, dessen Werke allerdings nicht ins Deutsche übersetzt werden dürfen). Außer Oliver Henkel, dessen aktueller Roman gerade im Atlantis-Verlag erschienen ist, und Christian von Ditfurth (der sich aber standhaft weigert, als SF-Autor bezeichnet zu werden, als wäre das eine Art schwerwiegende Infektion) fallen zumindest mir spontan keine Namen ein, die sich hier über die Jahre profiliert haben. Andererseits sind in letzter Zeit doch einige Romane „frischer“ Autoren in diesem Subgenre erschienen: Christian Krachts „Ich werde hier sein im Sonnenschein und im Schatten“ hat gezeigt, dass die deutschen Literaturredaktionen diesem Genre mit weitgehendem Unverständnis (und Unkenntnis) gegenüber stehen, und mit Siegfried Langers „Alles bleibt anders“ ist ein weiterer Roman aus dem Programm des Atlantis-Verlages zu nennen.

Der Kaiserkrieger-Zyklus bewegt sich somit keinesfalls im „luftleeren Raum“, sondern gehört zu einer großartigen literarischen Tradition, die bis in die 30er Jahre des letzten Jahrhunderts zurück reicht (L. Sprague de Camps „Lest Darkness Fall“ wird gerne als einer der „Ur-Romane“ des Subgenres bezeichnet). Ich hoffe, dass diese Romane dazu beitragen werden, sie in Deutschland etwas populärer zu machen.

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