Monatsarchiv: Oktober 2010

Interview auf phantastik-news.de

Auf dem größten deutschsprachigen Infoportal für phantastische Literatur und Film, www.phantastik-news.de, ist ein langes Interview mit mir online gegangen, in dem es u. a. auch um die Kaiserkrieger geht. Das vollständige Interview gibt es unter obigem URL nachzulesen, es steht derzeit noch ganz oben. Die Auszüge, die die Kaiserkrieger direkt betreffen, gebe ich hier einfach mal unkommentiert wieder. Mein Gesprächspartner war Carsten Kuhr:

Nun hast Du ein neues Projekt gestartet, „Kaiserkrieger“, eine Alternativwelt-Geschichte. Wie kamst Du auf die Idee, wo recherchiert man hier die Details?

Die Idee trage ich schon ewig mit mir herum, und mit dem Schreiben des ersten Romans habe ich parallel zum zweiten „Tentakel“-Roman begonnen. Als Inspiration nenne ich zwei Autoren: Eric Flint und David Drake, vor allem den „1632“-Zyklus und den „Belisarius“-Zyklus. „Sowas“ wollte ich immer mal schreiben. Und ich wollte es mal ohne die typischen amerikanischen oder amerikanisierten Helden machen. Sozusagen die deutsche Variante. So nahm die Idee im Laufe der Zeit immer konkretere Gestalt an. Natürlich musste ich sehr viel recherchieren. Ich kenne mich aus Neigung etwas mit der Geschichte des Römischen Reiches aus, aber weniger mit der Spätphase, die ich als Ausgangspunkt gewählt hatte. Und die Interna der kaiserlichen Kriegsmarine waren mir vorher völlig fremd. Von den technisch-wissenschaftlichen Fragen einmal ganz abgesehen – ich habe sehr viel gelesen, vielen Leuten viele Fragen gestellt und bekomme jetzt schon eMails, in dem mir sehr wohlmeinende Leser, die sich wirklich gut auskennen, alle Fehler aufzählen, die ich gemacht habe…

Haben solche Hinweise dann Auswirkungen auf die noch nicht erschienen Romane, stellst Du hier etwas um oder richtig?

Nein, denn das müsste ich dann ja rückwirkend tun. Nur, wenn die Informationen nicht im Widerspruch zu den im ersten Band bereits „etablierten“ Tatsachen stehen, kann ich sie nachträglich einbauen. Die innere Konsistenz muss gewahrt bleiben.

Warum hast Du die Reihe auf sechs, jeweils recht kurze, Bände konzipiert?

Habe ich gar nicht. Eigentlich ist es eine Trilogie. Die ersten beiden Bände sind ein Roman, in der Mitte geteilt. Erst ab Band 3 schreibe ich auf den „neuen“ Umfang. Guido Latz vom Atlantis-Verlag war der erste Band zu umfangreich – das Buch wäre bei einer Kleinverlagskalkulation sehr teuer geworden. Aber so ist es eben, wenn man nicht in einem großen Verlag veröffentlicht. Die Romane 2 und 3, die bereits fertig vorliegen, sind aber beide schon etwas umfangreicher als der erste Band. Ich reize das jetzt mit jedem Band etwas mehr aus, bis Guido aufschreit. Er wird spät schreien, denn „Die Ankunft“ verkauft sich so prächtig, dass er jetzt etwas anders kalkulieren kann, wenn die Folgeromane sich ähnlich gut absetzen lassen.

Wieso eine Trilogie wenn Du schon drei Romane fertig hast, aber noch drei schreiben willst?

Die ersten beiden Bände sind der geteilte erste Band der Trilogie. Die nachfolgenden vier Bände schreibe ich ausgerichtet auf den kürzeren Umfang. Da aber die generelle Gesamthandlung „gleich lang“ sein soll wie bei der ursprünglich geplanten Trilogie dicker Romane, müssen es halt jetzt insgesamt sechs Romane werden.

Wieweit hast Du die Romane im Vorfeld bereits fertig konzipiert? Machst Du Dir ein detailliertes Exposé für jeden Roman, oder lässt Du Dich mehr von Deiner Muse leiten?

Ich schreibe keine Exposés, ich habe kein Konzept, ich habe gar nichts. Ich schreibe drauflos. Das Einzige, was ich erahne, ist, wo ich am Ende von Band 6 angekommen sein will. Wie ich dorthin gelange – ich habe derzeit noch nicht den leisesten Schimmer, abgesehen von dem, was ich bereits geschrieben habe.

Ist das nicht ungewöhnlich, gar kein Konzept zu haben, wo die Handlung hinlaufen wird, welche Punkte man bis dorthin streift? Ich denke hier auch und insbesondere an andere Handlungsstränge, die sich mit der Haupthandlung logisch vereinen sollten, aber auch an die Recherche – wenn Du plötzlich und unerwartet in Nordafrika landest, dann musst Du ja erst einmal im Schaffensprozess eine Pause einlegen, um Dich in die Fakten einzulesen?

Klar. Aber was ich im Kopf habe, sind wirklich nur ganz, ganz grobe Handlungsstränge, die sich auch wieder ändern können. Wenn dann was nicht passt, muss es halt bei der Nachbearbeitung passend gemacht werden. Die Arbeit ist dann manchmal nicht immer sehr linear. Das ist eben die Konsequenz, wenn man sich als Autor von dem überraschen lässt, was man selbst schreibt.

An welchem Band schreibst Du gerade?

Band 4. Ich hoffe, den Roman bis Ende des Jahres zur Hälfte fertig zu haben.

(…)

Sieht man sich die amazon.de-Kundenbewertungen an, so wird oftmals – meiner Meinung nach zu Unrecht – ein Vergleich zu Reihen aus dem Unitall Verlag gezogen, die inhaltlich eher rechtes Gedankengut aufgreifen. Wie stehst Du dazu? Heißt Military automatisch Fremdenfeindlichkeit und/oder Militarismus in Form von blinder Aggression gegen alle Andersdenkenden?

Natürlich ist Aggression ein wesentlicher Bestandteil von Romanen, in denen auch das Militär eine tragende Rolle spielt. Sonst würde man es doch nicht einbauen, oder? Aber es kommt natürlich darauf an, was für ein Ziel man mit einem solchen Roman verfolgt: will man einfach nur gut unterhalten und ein spannendes Garn spinnen oder will man unterschwellig eine politische Botschaft verkaufen? Ich bin ein Schriftsteller, kein politischer Agitator. Das sehen andere Autoren und Verlage anders, das ist aber ihr Bier. Und wenn jemand dann „Die Ankunft“ liest und sich wundert, dass ich den Roman nicht benutze, um Propaganda zu betreiben, dann wird er natürlich enttäuscht sein, vor allem dann, wenn er eine bestimmte Propaganda erwartet hat. Sein Pech.
Das heißt nicht, dass es in einem Zyklus, der zwei historisch weit voneinander getrennte Glaubenswelten aufeinandertreffen lässt, keine politischen oder philosophischen Diskurse gibt, das ist sogar unausweichlich. Nur sind das immer die Aussagen der Protagonisten, die eine Agenda verfolgen, damit der Roman funktioniert. Das ist der wichtigste Punkt: die Beschreibung von Politik u. a. muss der Handlung des Romans und seinem Unterhaltungswert dienen – der Roman darf sich nicht der Propaganda des Autors unterwerfen. Dann wird er nämlich im Regelfalle schlecht. Ein schönes Beispiel ist dafür John Ringo, den ich wirklich gerne gelesen habe, der aber mit jedem neuen Roman den von mir eben beschriebenen Irrweg einen Schritt weitergegangen ist, die Handlung seiner Werke seinen politischen Ansichten zu unterwerfen. Dann wird die Lektüre doch sehr anstrengend.

Dennoch wird gerade dies, dass Du eben nicht blind den Militarismus verherrlichst, Dir fast schon vorgeworfen. Wird man, wenn man das deutsche Militär, egal ob man das Wilhelminische oder die Streitkräfte der Nazis auftreten lässt, als deutscher Autor nicht automatisch, ohne dass so manche Kritiker den Text überhaupt lesen, in eine Ecke gestellt? Andere wiederum, die das Buch lesen, bemängeln ausgerechnet, dass man das Militär nicht verherrlicht – ein typisch deutsches Phänomen?

Keine Ahnung. Ich glaube nicht. Wenn ich mir manche Diskussion in amerikanischen Foren so ansehe, so finden sich da gewisse Muster wieder, die ich auch aus der hiesigen Szene kenne. So richtig überrascht mich da gar nichts mehr. Letztlich muss man mal eines festhalten: Ich schreibe das, was ich auch selbst gerne lesen würde. Und das gefällt dem einen und missfällt dem anderen. Damit werde ich wohl leben müssen…

Wie kann man hier als Autor deutlich machen, dass man eben nicht aus einer gewissen ideologischen Ecke kommt, und trotzdem eine deutschen Militäreinheit ins Zentrum seines Romans stellt?

Das muss aus dem Roman, dem Kontext der Handlung, der Interaktion der Protagonisten, deutlich werden – ein Roman wird damit doch letztlich selbsterklärend, wenn er einigermaßen gut geschrieben wurde. Das sollte das Ziel des Autors sein, dass er nicht dauernd alles erklären und nachinterpretieren muss. Ich hoffe doch, dass mir das gelingt.

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Kapitel 9 fertig!

Ich bin zufrieden mit mir selbst 🙂 Kapitel 9 von „Der Aufstand“ ist fertig, und als ich im Manuskript zurückgeblättert habe, um zu entscheiden, welche Handlungsebene in Kapitel 10 drankommen sollte, stolperte ich über eine Passage, in der ich dem, was ich gerade geschrieben hatte, fundamental widersprach. Dann war ich nicht mehr so ganz zufrieden mit mir selbst. Aber das ist zum Glück nichts, was man nicht mit einer gründlichen Bearbeitung wieder hinbiegen kann. Und so habe ich fast 20 % des Manuskriptes des vierten Romans schon abgeschlossen, schneller als erwartet. Vielleicht schaffe ich bis Ende des Jahres ja die Hälfte, wie ich es mir erhofft habe. Das wäre fein…

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Lang und länger

Seit einigen Tagen arbeite ich am neunten Kapitel des vierten Kaiserkrieger-Bandes, und es wird ohne Zweifel das umfangreichste Kapitel des Romans bis jetzt. Es ist immer noch nicht fertig – vielleicht dieses Wochenende -, und ich musste dafür auch erst ein wenig recherchieren, z. B. wie der Meiler eines Köhlers funktionierte und wie das Leben eines Köhlers wohl so war. Eigentlich ein Thema für die Rubrik „Wie es wirklich war“: Der Beruf des Köhlers, den es seit der Antike gegeben hat, muss ein sehr anstrengender und entbehrungsreicher gewesen sein. Die großen Meiler, in denen das Holz zu Kohle gemacht wurde, bedurften der ständigen Aufsicht, und da der Prozess mehrere Tage in Anspruch nahm, mussten Köhler entweder in Schichten arbeiten oder, wenn sie ihre Köhlerei allein betrieben, auf das Schlafen schlicht so weit wie möglich verzichten – mit allen gesundheitlichen Konsequenzen, die sich daraus ergaben. Und dann reichte der Ertrag eines Meilers finanziell gar nicht mal sonderlich weit, so dass man nach einer nur kurzen Pause gleich wieder einen neuen aufschichten musste. Köhler, so vermute ich mal, hatten ein relativ einsames und vor allem vergleichsweise kurzes Leben… ganz im Widerspruch zum Titel dieses Blogeintrages.

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Weitere Fortschritte

Meine Arbeit am vierten Kaiserkrieger-Roman „Der Aufstand“ macht weiter gute Fortschritte. Ich habe das achte Kapitel beendet und mit dem neunten angefangen und hoffe sehr, bis Ende diesen Monats rund 20 % des Manuskripts abgeschlossen zu haben. Mein Ziel ist es, so gut voranzukommen, dass der dritte Roman des Zyklus im Sommer 2011 erscheinen kann, so dass Band 4 gleich Anfang 2012 folgt, denn bis dahin sollte ich auch Band 5 fertig geschrieben haben. Natürlich kommt es oft anders, als man denkt, aber basierend auf den Erfahrungswerten sollte diese Planung eigentlich funktionieren…

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Fortschritte

Im vierten Kaiserkrieger-Roman – „Der Aufstand“ – mache ich langsam Fortschritte. Kapitel 7 ist fertig und ich arbeite an Kapitel 8. Damit sind etwas mehr als 10 % des Romans „im Kasten“.

Der zweite Roman – „Der Verrat“ – soll weiterhin im Dezember diesen Jahres erscheinen, spätestens jedoch im Januar 2011. Timo Kümmel arbeitet noch am Cover, und das Lektorat hat leider noch nicht begonnen, da derzeit noch andere Romane beim Atlantis-Verlag vorher in der Pipeline stecken. Oder sie verstopfen, je nachdem 🙂

Band 3 wird erscheinen, wenn ich Band 4 fertig geschrieben habe. Das ist eine eherne Regel bei mir: Ein Roman liegt immer auf Halde. Oder verstopft die Pipeline 🙂 Wenn bei mir also absehbar ist, dass Band 4 sich der Fertigstellung zuneigt, bekommt der Verlag das „Go!“ für Band 3.

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BuchmesseCon

Der BuchmesseCon ist vorbei und es war, wie immer, ein sehr erfreuliches und erfolgreiches Event. Und das nicht nur deswegen, weil am Stand des Atlantis-Verlages zahlreiche Exemplare von „Die Ankunft“ verkauft wurden und ich mehrfach zum Signieren der Bücher aufgefordert wurde (was alles in allem für mich eine noch neue Erfahrung ist). Das mündliche Feedback vieler Leserinnen und Leser war auch sehr erfreulich, wenngleich einige angemerkt haben, dass der erste Band etwa zäh beginnen würde und erst im weiteren Verlauf an Lesbarkeit gewinne. Alles in allem war der Austausch sehr konstruktiv und die beständige Nachfrage, wann denn nun endlich Band 2 erscheinen würde, lässt mich für diesen so einiges erhoffen.

Der Stand des Atlantis-Verlages. Weiter hinten sieht man dann die blauen Einbände der Kaiserkrieger-Romane 🙂

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Neue Rezension und BuchmesseCon

Auf der Phantastik-Couch hat sich ein Rezensent niedergelassen, um „Die Ankunft“ zu besprechen…

Am kommenden Wochenende findet in Dreieich bei Frankfurt/Main zum 25. Mal der BuchmesseCon statt, ein jährliches Treffen der Freunde phantastischer Literatur. Auch ich werde dort anwesend sein und stehe natürlich für Fragen und Anregungen zu den „Kaiserkriegern“ jederzeit gerne zur Verfügung. Ich bin relativ leicht zu orten, da ich mich größtenteils am Stand des Atlantis-Verlages in der Haupthalle aufhalten werde.

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