Monatsarchiv: Oktober 2009

Einen großen Schrecken…

… bekam ich, während ich noch an dem ersten Band meiner Kaiserkrieger-Romane geschrieben habe: Las ich doch plötzlich vom „Destroyermen“-Zyklus des amerikanischen Autoren Taylor Anderson. Sein Schiff ist ein amerikanischer Zerstörer aus den Anfangsjahren des II. Weltkrieges, aber von älterer Bauweise und daher technisch gar nicht so weit von der Saarbrücken aus meinen Romanen entfernt – und auch diesem geschieht heftiges Unbill, als es durch ein rätselhaftes Phänomen verschluckt wird. Glücklicherweise kommt die USS Walker nicht im Römischen Reich der Spätantike heraus und es entwickelt sich auch kein alternative-history-Romanzyklus, das hätte mir ziemlich den Rest gegeben. Stattdessen erscheint die Walker auf einer Parallelwelt-Erde, auf der sich seltsame, extrem hartnäckige Echsenwesen mit auf gigantischen Segelschiffen lebenden Primaten heftige Kriege liefern – und die Walker mitten drin im Getümmel. Taylor Anderson erschuf hier eine spannende Geschichte, die trotz des unterschiedlichen Settings einige Parallelen zu den Herausforderungen aufweist, die ich meinen Helden aufgebürdet habe. Dennoch war ich nach der Lektüre des ersten Bandes dankbar, dass sich der große Schrecken dann doch wieder entspannt hat und ich ungestört mit meinen Romanen fortfahren konnte…

Die „Destroyermen“-Romane sind eine Trilogie (die aber dem Vernehmen nach noch mit Folgeromanen geadelt werden soll) und leider noch nicht auf Deutsch erhältlich. Wer sich aber seines Englisch sicher ist, sollte mal einen Blick wagen…

destroyermen

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Wie es wirklich war: Quintus Aurelius Symmachus

In den ersten Bänden des „Kaiserkrieger“-Romanzyklus spielt eine historische Figur eine nicht unbedeutende Rolle: Der Senator Quintus Aurelius Symmachus gehört zu den berühmtesten historischen Gestalten der römischen Spätantike, was sich auf eine Vielzahl an Gründen zurückführen lässt: Da umfassende Teile seiner umfangreichen Korrespondenz überliefert sind, ist sein Lebensweg mit sehr vielen, guten Quellen außerordentlich genau belegt. Sein Eintreten für religiöse Toleranz, die er von den Christen gegenüber der traditionellen römischen Religion forderte, deren Anhänger er war, machte ihn zu einer tragischen Gestalt. Besonders als der Victoria-Altar aus dem römischen Senat entfernt wurde, was als symbolischer Todesstoß für die Traditionsreligion Roms gewertet werden kann, setzte sich Symmachus für eine liberalere Haltung des Staates ein. Dass er dazu vor allem unter Kaiser Theodosius an den Falschen geriet, da dieser sich gerne und aktiv für die Etablierung des Christentums als römische Staatskirche einsetzte, war nicht seine Schuld. Sein Scheitern lag wohl letztlich daran, dass er der Verfechter einer historisch erkennbar überlebten Tradition war, und nicht erkannt hatte, wie sehr er auf verlorenem Posten stritt. Außerdem hatte er der Radikalität (und auch Gewaltbereitschaft) des erstarkenden Christentums außer eigener, wohlfeiler Rhetorik nicht viel entgegen zu setzen. Geholfen hat seinem Ansehen wahrscheinlich auch nicht, dass er nicht immer die geistige Unabhängigkeit unter Beweis stellte, die er von Anderen einforderte; sein unreflektiert erscheinendes Hochjubeln des Kaisers Valentinian I. etwa wird ihm im Nachhinein durchaus zur Last gelegt. Dennoch ist Symmachus als ein Vertreter religiöser Toleranz, geboren aus einem zum Scheitern verurteilten Rückzugsgefecht, sowie als hervorragender Redner und Vertreter der senatorischen Korrespondenzkultur in Erinnerung geblieben. Er steht damit auch in meinen Romanen symbolisch für einen religiösen „Kulturkampf“, in den auch die Protagonisten aus der Zukunft nolens volens hineingezogen werden…

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